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Magermilch, entrahmte Milch
muss wärmebehandelt sein, Fettgehalt beträgt max. 0,3 %.
Melken
Die Zitzenmuskeln öffnen sich nur durch mechanische
Belastung wie z. B. saugen. Durch diese Berührungsreize wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches
das Zusammenziehen der Korbzellen
der Zitze bewirkt, was wiederum
zur Milchauspressung in die Milchkanäle bis zur zum
Strichkanal führt. Das Melken sollte möglichst
behutsam vorgenommen werden, weil unter Streß Adrenalin,
ein Gegenspieler des Oxytocins ausgeschüttet wird.
Milch - Entstehung
Jede Milchkuh hat bekanntlich ein Euter mit vier Milchdrüsen, diese
stellen anatomisch getrennte Einheiten dar (Euterviertel).
Im Euter befinden sich sogenannte Alveolen, diese bilden die
kleinste funktionelle Einheit in der Milchgewinnung. Die Alveolen
sind wiederum in sogenannten Drüsenläppchen angeordnet
(10-100 Alveolen) und diese bilden wiederum das Drüsenparenchym
(Milliarden von Alveolen plus deren Abflußkanäle).
Von jeder Alveole geht ein kleiner Milchgang aus, der sich
mit mehreren anderen Milchgängen vereinigt und in sogenannte
Zisternen führt. Diese münden anschließend in den Strichkanal,
der durch den Zitzenschließmuskel abgedichtet wird.
Die Anlage und Vergrößerung des Euters erfolgt
durch Hormone wie z. B. Östrogene, Gestagene, Somatotropin,
Insulin und Cortison. Auch die Aktivierung der Milchbildung
wird, zum Ende der Trächtigkeit, durch die Milchproduktionshormone
Lactotropin und Prolactin geregelt. In den Alveolen werden
nach der Aktivierung die milchspezifischen Inhaltsstoffe
gebildet bzw. angereichert. (Fett,
Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente,
Immunglobuline-Antikörper).
Milchinhaltsstoffe
Milcheiweiß enthält alle lebensnotwendigen Aminosäuren, das sind Eiweißbausteine, in ausreichender Menge. Ein Liter
Milch deckt den ungefähren Tagesbedarf des Menschen
an tierischem Eiweiß und ist frei von Purinen.
Milchfett ist eine ideale Mischung von gesättigten
und ungesättigten, kurz- und langkettigen Fettsäuren.
Bei fettärmeren Produkten ist der Cholesteringehalt
geringer. Wegen seines niedrigen Schmelzpunktes und seiner
feinen Verteilung ist das Milchfett das bekömmlichste Nahrungsfett.
Milchzucker, auch Laktose genannt, hat einen günstigen Einfluss
auf die Darmflora und fördert die Aufnahme des Calciums.
Im Körper wird der Milchzucker schnell in langanhaltende Energie
umgewandelt.
Mineralstoffe, insbesondere Calcium (1.200 mg/l), Phosphor,
Kalium, Jod usw. sind in der Milch enthalten. Mit einem Liter
Milch wird der durchschnittliche
Tagesbedarf des Menschen an Calcium gedeckt.
Vitamine, die wichtigsten sind A, D, B1, B2 und B12, runden
die Milch schließlich zu einem vollwertigen Nahrungsmittel
ab.
Milchkuh
In Österreich wird hauptsächlich die Milch der
Milchkuh für die gängigsten Milchprodukte verwendet.
Milchleistung
Milchkühe können heute eine Milchleistung von
über 10.000 Liter pro Jahr erreichen; einzelne Spitzenkühe
schaffen sogar zeitweilig bis zu 16.000 Liter im Jahr. Zu
beachten ist, dass die Milchabgabeleistung im Jahresverlauf
nicht konstant ist, sondern einer Lactationskurve folgt,
mit einer zeitlichen Pause von rd. 8 Wochen darin, in der
die Kuh tragend ist.
Die größte Milchproduktion haben Blauwale. Das
Weibchen produziert 400 bis 600 Liter sehr fetthaltiger
Milch pro Tag, wodurch das Junge pro Tag etwa 100 Kilogramm
zunimmt.
Die teuerste Milch wird – zu Versuchszwecken –
von Mäusen gewonnen. Da für einen Liter Mäusemilch
rund 4.000 Mäuse gemolken werden müssen, kostet
ein Liter davon gut 20.000 Euro.
Das Wort Milch wird im regulären Sprachgebrauch als
unzählbarer Ausdruck, also im Singular, verwendet.
Fachsprachlich gibt es jedoch auch Pluralformen, etwa die
Milche oder die Milchen.
Für einen Liter Milch bekommt ein Landwirt in Deutschland
etwa 27 Cent, für einen Liter Vorzugsmilch etwa 31
Cent. In der Schweiz liegt der Preis bei 72–77 Rappen
pro Liter. Der Erzeugerpreis für Milch ist durch Überproduktion
in Europa, im Gegensatz zur Gesamtpreisentwicklung, immer
weiter gesunken.
Bei der Nummer, die in einem Oval auf jeder Milchflasche
oder -tüte in der Europäischen Union angegeben
ist, handelt es sich um das Genusstauglichkeitskennzeichen.
Es enthält die Veterinärkontrollnummer der abfüllenden
Molkerei.
Milchleistungsprüfung
Die Milchleistungsprüfung (MLP) dient der Kontrolle
der Leistung von milchgebenden landwirtschaftlichen Nutztieren.
Erfasst werden die Milchmenge und die beiden wirtschaftlich
wichtigsten Milchinhaltsstoffe Fett
und Eiweiß.
Die Milchleistungsprüfung wird in Österreich
gemäß der „Recording Guidelines“
der ICAR
(International Committee for Animal Recording) von den autorisierten
Institutionen
Landeskontrollverbände (LKV, LfL) als Feldprüfung
in den Zuchtbetrieben durchgeführt.
Milchprodukt
Ein Milchprodukt oder Molkereiprodukt ist ein Lebensmittel,
dessen Zutaten hauptsächlich aus Milch bestehen. Zu
den Milchprodukten gehören einerseits verschieden behandelte
Milchtypen und andererseits durch Fermentation oder Extraktion
von Milchbestandteilen gewonnene Produkte der Milch.
Milchproduktion - weltweit
Die weltweite landwirtschaftliche Milchproduktion liegt
bei 609 Millionen Tonnen pro Jahr, wovon rund 85 % Kuhmilch
sind. Die größten Milchproduzenten sind die USA,
Indien und Russland. In der europäischen Union (EU-15)
werden rund 120 Millionen Tonnen pro Jahr produziert; sie
stellt somit den größten Markt für Milcherzeugnisse
dar.
Die Weltproduktion für Kuhmilch lag im Jahr 2004 bei
rund 520 Millionen Tonnen (Quelle: FAO). Die Länder
mit der größten Menge an erzeugter Milch waren:
1. Indien: 90,4 Millionen Tonnen
2. USA: 77,5 Millionen Tonnen
3. Russland: 31,9 Millionen Tonnen
4. Deutschland: 28,1 Millionen Tonnen
5. Frankreich: 24,4 Millionen Tonnen
6. Brasilien: 23,3 Millionen Tonnen
7. China: 18,9 Millionen Tonnen
8. Neuseeland: 14,8 Millionen Tonnen
9. Großbritannien: 14,6 Millionen Tonnen
10. Ukraine: 13,4 Millionen Tonnen
Milchqualität
Milch muss höchsten Qualitätsansprüchen
entsprechen, deshalb wird bei der Herstellung von Milchprodukten
immer auf äußertste Hygiene und beste Qualität
geachtet.
Je nach Milchprodukt kommen zur Kontrolle der Qualität
verschiedenste Untersuchungen zum Einsatz:
Milchqualität bei
Rohmilch
- Keimzahl: Gibt die Zahl der Keime (Bakterien, Hefen,
Schimmelsporen) in einem Milliliter Milch an. Sie ist dadurch auch
ein Maßstab für die hygienische Gewinnung von Milch.
Die Keimzahl sollte nach EU-Richtlinien unter 100.000/ml
Milch liegen.
- Zellzahl: Ist ein Indikator für Eutererkrankungen
und spiegelt den allgemeinen Gesundheitszustand von Milchkühen wider.
- Hemmstoffe (Antibiotika): Milch wird vor der Verarbeitung
immer auf Antibiotika untersucht,da Hemmstoff- positive
Milch nicht verarbeitet werden darf.
- Gefrierzahl: Milch darf nicht verwässert werden. Jede
Verwässerung kann über den Gefrierpunkt nachgewießen
werden.
- Eiweiß-, Lactose- und Fettgehalt: Haben neben
der Keimzahl und der Zellzahl großen Einfluss auf
den Milchpreis.
- pH-Wert: Der pH-Wert von frischer Milch sollte zwischen
6,5 und 6,9 liegen.
Milchsäurebakterien
Die Hauptaufgabe der Milchsäurebakterien ist die
Umwandlung von Milchzucker (= Lactose) in Milchsäure.
Die entstandene Milchsäure führt ihrerseits zum
Koagulieren des Caseins, was bedeutet, die Milch wird dickgelegt. Darüber
hinaus hemmt Milchsäure das Wachstum und die Vermehrung von
krankheitserregenden Keimen und ist außerdem für
die Aromabildung im Käse verantwortlich.
Milchsäurebakterien gehören zur Familie der Lactobacillaceae
(z.B. Lactobacillus, Leuconostoc, Lactococcus, Streptococcus).
Sie bauen Milchzucker zu Milchsäure um und
spezielle Aromastoffen ab (Diacetyl - Buttereikulturen,
Acetaldehyd - Joghurt, Essigsäure).
Milchsäurebildung kann homofermentativ oder heterofermentativ
erfolgen. Die gebildete Milchsäurekonfiguration, D,
L oder D/L, ist jedoch Milchsäurebakterienarten spezifisch.
Milchzusammensetzung
bei Kuhmilch:
| Wasser |
87,5 % |
| Kohlenhydrate |
4,8 % |
| Milchfett |
3,5–4,2 % |
| Eiweiß |
3,5 % |
| Spurenelemente |
0,7 % |
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